RiftFeed | G2 Owner nach Drama um Andrew Tate suspendiert
Das ging mächtig nach hinten los

G2 Owner nach Drama um Andrew Tate suspendiert

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G2 Carlos
Wird Ocelotes Verhalten G2 Fans kosten? | © Riot Games

Der Owner von G2 Esports, Carlos "Ocelote" Rodríguez Santiago ist eines der bekanntesten Gesichter der europäischen League of Legends-Szene. Er ist ohne Frage eine polarisierende Persönlichkeit und hält in den sozialen Medien nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg. Das ist nichts Neues, aber nun ist er selbst für Fans von G2 zu weit gegangen.

Am 17. September 2022 hat Ocelote auf Twitter ein Video davon gepostet, wie er und seine Freunde zusammen feiern. Eine berüchtigte Person in diesem Video sticht besonders ins Auge – niemand geringeres als der selbst ernannte "Top G" Andrew Tate, gemeinsam mit seinem Bruder Tristan. Das sorgte auf Twitter natürlich für einen saftigen Shitstorm, der Ocelote ordentlich durchschüttelte. Wie reagierte der G2 Owner auf das alles?

 

"Ich feiere, mit wem ich will, verdammt noch mal"

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten von euch schon wissen wer Andrew Tate ist. Ich fasse es trotzdem noch einmal zusammen, damit wirklich alle Bescheid wissen, wie signifikant das Ganze eigentlich ist. Andrew Tate ist in kürzester Zeit zu einer der bekanntesten und berüchtigtsten Internet-Persönlichkeiten geworden

Nach einer Karriere als Kickboxer und einem Auftritt in der britischen Version von "Big Brother" ist er durch seine Online-Kurse und vor allem durch von seinen Anhängern geteilte Stream-Ausschnitte, die auf allen sozialen Medien auftauchten, zu unglaublicher Berühmtheit gelangt. 

In den letzten Monaten ist vermutlich jeder von euch schon einmal auf einen Clip von Andrew Tate gestoßen. Das ist auch so gewollt. Inhalt dieser Clips waren in der Regel unverhohlen frauenfeindliche oder homophobe Aussagen seitens des ehemaligen Kickboxers. Das Teilen dieser Clips durch seine "Anhänger" ist ein Kernprinzip seiner "Hustler's University", im Grunde ein Schneeballsystem, das den Online-Kursteilnehmern Ratschläge zu Dropshipping und dem Handel mit Kryptowährungen geben sollte. Durch das Teilen von Tates Inhalten gewann die "Hustler's University" entsprechend an Zuwachs.

Mittlerweile haben die meisten Sozialen Medien in Sachen Andrew Tate die Reißleine gezogen und ihn aufgrund seiner respektlosen und gefährdenden Aussagen von ihren Plattformen verbannt. 

All diese Kontroversen um Tate hielten Ocelote anscheinend nicht davon ab, mit ihm ordentlich Party zu machen. Kaum war das Video gepostet, ging es auch schon viral. Wie zu erwarten erhoben sich Stimmen in der Esports-Szene von League of Legends und kritisierten Ocelote dafür, sich mit einer Person wie Andrew Tate anzufreunden. 

In klassischer Ocelote-Manier antwortete er auf die harsche Kritik, die er aufgrund dieses Videos bekommen hatte: "Niemand wird jemals in der Lage sein, meine Freundschaften zu kontrollieren. Ich ziehe hier meine Grenze. Ich feiere, mit wem ich will, verdammt noch mal."

Hier seht ihr ein paar Reaktionen aus der League of Legends Community:





Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Carlos "Ocelote" Rodríguez Santiago nach seinem Video an Kritik entgegenschlug. Viele zogen die Neuigkeiten über das kürzlich angekündigte, nur aus Frauen bestehende G2 Hel-Roster heran, und kreideten der Organisation ihre Doppelmoral an.

Ocelote ohne Bezahlung suspendiert

Nun kam heute die Meldung ans Licht, dass das Management von G2 Esports die ganze Situation nicht tatenlos hinnehmen wollte. Nachdem einige Fans ihre Trikots zerschnitten und selbst der Typ, der jeden Tag auf Twitter nach G2 Merch fragt, damit aufgehört hat, sah das PR-Team sich zum Handeln gezwungen. 

Als Antwort auf das Tate-Drama suspendierte G2 Esports Carlos Rodríguez für 8 Wochen ohne Bezahlung.

Die Handlungen unseres CEO standen in krassem Gegensatz zu den Werten und der Kultur, die G2 lebt und anstrebt. Und dafür entschuldigen wir uns.

Auch Carlos äußerte in diesem Zuge eine Entschuldigung für sein Verhalten, die vom Ton her nicht mit seiner ersten Reaktion auf die Kritik zu vergleichen ist, in der er behauptete, dass er sich von niemanden in seinen Freundschaften kontrollieren lassen will.

Viele G2-Fans wurden an diesem Wochenende enttäuscht, was zu Verwirrung darüber führte, wofür ich stehe. Es war schon immer mein Ziel, für absolute Chancengleichheit einzutreten, unabhängig davon, wer man ist oder woher man kommt, denn darum geht es beim Gaming. Macht keinen Fehler, mein Leben war voller Lektionen und ich hatte meinen gerechten Anteil an Situationen, in die ich in der Vergangenheit geraten bin. Ich habe es versäumt, diesen Raum richtig zu lesen, fühle mich schrecklich wegen der Diskussionen, die er ausgelöst hat, und werde aufstehen und die Konsequenzen in vollem Umfang tragen.

Mal sehen, wie das Ganze letztlich endet. Natürlich ist es nicht so, dass man dieselben Überzeugungen und Standpunkte wie seine Freunde haben muss, aber würdet ihr gerne in der Öffentlichkeit mit jemandem gesehen werden, gegen den Anschuldigungen wegen Vergewaltigung und Menschenhandel im Raum stehen? Ich glaube da gibt es nur eine Antwort drauf.

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